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Gegen die Einheitsfeier 2014 in Hannover

Am dritten Oktober diesen Jahres ist Hannover Gastgeber des Spektakels rund um die Einheitsfeierlichkeiten. Gefeiert wird an diesem Datum ganz unspektakulär der Stichtag der formellen Übernahme der DDR durch die BRD. In Hannover wird sich der Deutsche Staat anlässlich dieses Tages in Szene setzen und seine Politik würdigen lassen, ohne die nationalistisch aufgeladene feucht-fröhliche Stimmung der Fußballfanmeilen. So oder so – kein Grund zum Feiern. Denn diese Ordnung, die mit der Politik des deutschen Staates gesichert wird, bedeutet immer auch: Armut, Ausgrenzung und Leistungszwang.

Armut

Alles, was diese Gesellschaft bietet und produziert, ist für uns nur gegen Geld zu haben. Dafür, dass das so bleibt sorgt der deutsche Staat. Das Eigentum an Häusern, Fabriken und Rohstoffen bleibt exklusiv Wenigen vorbehalten und wird nach ökonomischem Interesse verwaltet. Um möglichst gute Bedingungen für die eigene nationale Ökonomie zu schaffen, versucht Deutschland als Verwalter neben einer guten Infrastruktur auch für billige Arbeitskräfte zu sorgen. Dies sichert der Staat durch niedrige Sozialleistungen, geringen Kündigungsschutz und Schikanen auf dem Amt. Er sorgt auch durch seine Polizei und Justiz dafür, dass wir uns nicht einfach nehmen können, was wir zum Leben brauchen. Und so müssen wir uns auch noch zum schlechtesten Lohn verkaufen, um uns das Leben leisten zu können.

Ausgrenzung

Für die Menschen, die in ihren Heimatländern nicht einmal das können und deshalb versuchen hier her auszuwandern, endet die Flucht oft bereits an den europäischen Außengrenzen. Obwohl immer wieder Flüchtende bei dem Versuch die hermetisch abgedichtete Festung Europa zu erreichen, sterben, stimmen die überzeugten Nationalisten*innen dieser brutalen Politik noch zu. Für sie sind Flüchtende nichts anderes als potentielle Kostenfaktoren für “ihre” Nation, denn “die” gehören “qua Natur” nicht zum eigenen nationalen Kollektiv. Konsequenterweise sollen daher auch die Menschen, die es hier her geschafft haben und nicht abgeschoben werden können oder sollen, stets ihre Leistungsbereitschaft unter Beweis stellen und sich gefälligst integrieren. Ausländer bleiben sie trotzdem und vor rassistischen Übergriffen schützt sie auch der deutsche Pass nicht.

Leistungszwang

Das alltägliche Hauen und Stechen in dieser Gesellschaft sorgt nicht gerade für eine solidarische Grundstimmung unter den Menschen. Obwohl wir schon nicht selber darüber entscheiden können wie und was produziert wird, müssen wir uns jetzt auch noch um mehr oder weniger schlecht bezahlten Arbeitsplätze streiten. Immer in Abhängigkeit des Gewinninteresses eines Arbeitgebers opfern viele ihre Freizeit und Kreativität in unbezahlten Praktika und Leiharbeitsjobs, schleppen sich krank zur Arbeitsstelle oder gehen noch unter Hartz IV Niveau arbeiten, in der Hoffnung auf eine halbwegs gesicherte Existenz.

Damit diese Zustände ertragbar werden, wird sich eine solidarische Gemeinschaft im nationalen Kollektiv einfach herbei imaginiert. So kann man sich noch unter den beschissensten Umständen mit Stolz für Staat und Kapital krumbuckeln.

Während am dritten Oktober auch die Leute in Hannover sein werden, die sich mit dem Vorankommen der Nation und allem was dazu aus ihrer Sicht notwendig ist identifizieren, werden auch wir da sein. Denn die Feier der Nation ist ein Angriff auf das schöne Leben und ein Hohn gegenüber der Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen: Wir wollen eine Gesellschaft die die Produktion, das Wohnen, die Bildung nicht nach kapitalistischen Interessen, sondern nach den Bedürfnissen der Menschen organisiert. Für eine Zukunft ohne Nationalismus und Nation gehen wir am dritten Oktober auf die Straße.

Denn was ihr feiert ist: Armut, Ausgrenzung, Leistungszwang!

Antifa Jugendkongress Bayern

Vom 31.10. bis zum 2.11.2014 findet in München ein bayernweiter antifaschistischer Jugendkongress statt.
Der Kongress soll eine Plattform für den Austausch zwischen verschiedenen antifaschistischen Spektren sein und Interessierte für antifaschistisches Engagement gewinnen. Zur Teilnahme und Unterstützung sind alle Jugendgruppen und Einzelpersonen, die antifaschistisch arbeiten (wollen), eingeladen. Wir wollen Erfahrungen austauschen, Wissen vermitteln, Grundsätze und Standpunkte diskutieren, sowie Ansätze gemeinsamer Aktivitäten erarbeiten.

Das Programm umfasst sowohl Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen als auch Workshops mit Praxisbezug, Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Gruppen und Regionen, ein Zeitzeugengespräch und eine Kongressparty – hier ist für jede_n etwas dabei!

Veranstaltet und unterstützt von:

AAUD Dachau | [anita_f.] Regensburg | antifa nt München | Antifa RE Weißenburg | Awesome Collective Landshut | Deconstruct Reality München | DGB-Jugend München | DGB-Jugend Ostbayern | F.A.U.L. Landshut | Gruppe zur Kritik der Verhältnisse Landshut | Infogruppe Rosenheim | KaeaH Altötting/Mühldorf | LAVA München | Ver.di- Jugend Bayern | VVN-BdA Ortsverband Landshut | VVN-BdA Ortsverband Wolfratshausen

Mehr Infos und die Möglichkeit euch Anzumelden findet ihr unter: antifakongress.blogsport.eu/

Support your local Antifa

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

In Weißenburg und seiner direkten Umgebung treiben seit Jahren Neonazis ihr Unwesen. Ein Teil von ihnen sammelt sich um den Kader Martin B. aus Weißenburg. Dieser Personenkreis ist gut mit der neonazistischen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ vernetzt, in der das „Freie Netz Süd“ aufgrund eines Verbotsverfahren aufgegangen ist, welchem 2014 das Verbot folgte. Aber auch in den anderen Städten des Landkreises, wie Gunzenhausen und Treuchtlingen, tauchen immer wieder Neonazis und ihre Propaganda auf. Die Neonaziszene im Landkreis kennt sich untereinander, ist sich aber oft nicht einig, wie sich schön am Beispiel der „Nationalen Bewegung Treuchtlingen“ und den Kreisen, aus der diese entstehen sollte, zu sehen war. Ein Facebookauftritt der Neonazis aus Treuchtlingen und Umgebung verschwand nach wenigen Tagen wieder und auch unter den Beteiligten der Gruppe gab es Streitigkeiten, was zum Zerbrechen führte. Teile der Neonazis aus diesen Zusammenhängen haben sich anderen Neonazicliquen und Gruppen im Landkreis angeschlossen.

In den letzten Jahren kam es in Weißenburg, aber auch an anderen Orten im Landkreis, immer wieder auch zu Übergriffen durch Neonazis. Zuletzt Mitte August 2014 während der Weißenburger Kirchweih als zwei Jugendlich von einer Gruppe, in der sich die beiden stadtbekannten Weißenburger Neonazis Martin B. und Danny B. befanden, angegriffen wurden. Neonazis versuchen mit solchen Aktionen ein Klima der Angst zu erzeugen und Menschen, die sich offensiv gegen Neonazis stellen, einzuschüchtern. Dem können wir nur einen konsequenten Antifaschismus entgegensetzen.

Nazistrukturen Zerschlagen!

FNS und FN WUG stellen Aktualisierung der Internetseiten ein

Die bayerische Neonaziszene befindet sich in weiten Teilen zur Zeit in einer Umstrukturierungsphase. So verkündete am 28. April 2014 der Kamaradschaftsdachverband „Freies Netz Süd“ (FNS) und auch die Weißenburger Kamaradschaft „Freie Nationalsiten Weißenburg“ (FN WUG), die dicht mit dem FNS vernetzt sind, dass ihre Internetpräsenz nicht weiter aktualisiert wird. Die Neonazis wollen so einem Verbotsverfahren entgehen, welches auf die rechtsradikalen Zusammenhänge des FNS zukommt. Mit über 700 Beamt_innen wurden im Juli 2013 in ganz Bayern über 70 Wohnungen, Arbeitsplätze, Schließfächer usw. von Führungskadern und bekannten FNS-Aktivist_innen durchsucht. Auch Räumlichkeiten bei führenden Aktivisten der FN WUG waren davon betroffen. Allerdings ist bis heute kein Vereinsverbot gegen das FNS in Kraft getreten. Die Neonazis haben allerdings schon lange begonnen sich Strukturen zu schaffen, die von einem Verbot des FNS nicht betroffen sind. Diese Funktion übernimmt, die im September 2013 gegründete rechtradikale Partei, „Der Dritte Weg“. Die FN WUG weißen in ihrer Erklärung, dass sie die Internetseite nicht weiter aktualisieren werden, auf genau diese Partei und ihren Internetauftritt hin.

Wie sich dieser Strukturwandel, vom Kamaradschaftsnetzwerk hin zur Parteienstruktur der Neonazis, auswirkt bleibt abzuwarten. Allerdings ist für uns klar, dass auch wenn das FNS verboten wird, die Neonazis sich nicht in Luft auflösen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich auch in Zukunft, egal ob in Bayern oder sonst irgend wo, den Nazis entschlossen entgegenzutreten.

Naziumtriebe Treuchtlingen

Seit mehreren Wochen erreichen uns immer wieder Informationen über Propagandaaktionen von Neonazis in Treuchtlingen und Umgebung. Immer wieder tauchen rechte Aufkleber in der Innenstadt von Treuchtlingen und auch in der Umgebung von Flüchtlingsunterkünften im Umland auf.